+++ Vernissage „mitGift“ am 25.11.2019, Kiam Galerie Amstetten +++

raumgreifend feiert 15-jähriges Vereinsbestehen mit Jubiläumsausstellung „gegen den Strom“

11.11.2019

Mit der Ausstellung gegen den Strom im Kulturmodell Bräugasse Passau feiert der Verein raumgreifend feiert sein 15-jähriges Jubiläum. So begaben sich zahlreiche Künstlerinnen und Künstler des Kremser Vereins raumgreifend gegen den Strom – donauaufwärts, um am 8. November 2019 ihre Jubiläumsausstellung Passau zu eröffnen und um mit knapp 80 Besucherinnen und Besuchern das 15-jährige Vereinsbestehen zu feiern.

Den Auftakt für die Ausstellung gegen den Strom gab der Ausstellungszyklus Donauimpulse 2018 mit einer Schau in der Galerie Daliko, bei der Passauer Kunstschaffende mit ausgewählten Arbeiten zu Gast in Krems waren. Der Ausstellungszyklus verfolgt das Ziel, die österreichisch-deutsche Städtepartnerschaft durch künstlerischen Austausch zu vertiefen und ihr mehr Visibilität zu verleihen.

In gegen den Strom werden nun bis 1. Dezember 2019 Werke von insgesamt 12 Mitgliedern des Kremser Kunstvereins raumgreifend im Kulturmodell Bräugasse in Passau gezeigt. Bei der Eröffnung betonte der Oberbürgermeister der Stadt Passau Jürgen Dupper die seit Jahrhunderten währende Partnerschaft der beiden Städte Krems-Passau, die sich auch immer in künstlerisch-kultureller Weise niederschlug, als „eine der logischsten“, verbinde doch beide Städte die Donau als großer, kulturprägender Strom. Durch die Projekte des Vereins raumgreifend und des Vereins Daliko werde die Partnerschaft und der Austausch von Künstlerinnen und Künstlern nicht nur fortgesetzt, sondern der Gedanke in die Zukunft getragen. Auch Kulturamtsleiter Gregor Kremser und Stadträtin Sonja Hockauf-Bartaschek hoben hervor, daß sie und die Stadt Krems sich über diesen lebhaften und fruchtbaren kulturellen Austausch sowie weitere kulturelle Aktivitäten freuen. In einem kurzweiligen und spannungsvollen Rundgang stellte Barbara M. Eggert als Kunst- und Kulturwissenschaftlerin (Kunstuniversität Linz) sowie Obfrau des Verein raumgreifend die anwesenden Künstlerinnen und Künstler sowie die Vielfalt der ausgestellten Werke den interessierten Gästen vor. Mit der „Ode an die Venus von Willendorf“ fand die Vernissage in der künstlerischen Musik-Performance der raumgreifend-Künstler Alexander Curtis und Martin Theodor Gut einen fast feierlichen und erhabenen Abschluss. Unter den zahlreichen Gästen waren neben dem Passauer Kulturreferent Bernhard Forster und der Leiterin des Kulturmodells Eva Lechner auch zahlreiche Künstlerinnen und Künstler vom Kremser Verein raumgreifend und der Passauer Produzentengalerie (u.a. Anja Kutzki, Verena Schönhofer und Stefan Meisl), der Passauer Fotograf Rudi Klaffenböck, uvm., aber auch die Initiatoren der Ausstellung und des Künstleraustausches, Hubert Huber aus Passau und Dalia Blauensteiner aus Krems.

Dem Ausstellungstitel gegen den Strom näherten sich die Künstlerinnen und Künstler von raumgreifend auf unterschiedlichste Weise. Im „Comic-Corner“ von Barbara M. Eggert und Dagmar Wyka begegnet man unter anderem der Comicfigur des sich wandeln „Donauweibchens“ und weiteren Heldinnen der Comicreihe ASH. Mannigfaltig wird die Venus von Willendorf vom britischen Künstlers Alexander Curtis interpretiert, der sich in einem Künstlerbuch zudem mit einem roten Faden die Donau hinauf bewegt. In einem automatisierten Malvorgang lässt der aus Frankreich stammende Christoph Höschele eine blaue Kugel als kinetisches Objekt auf einer Leinwand wie von selbst malen. Anton Ehrenbergers Tuschezeichnungen rücken die schroffen, zerklüfteten Felsenzügen der Donau in den Fokus wie auch das sanfte Wellenspiel bzw. den wilden, ungezähmten Donaustrom. Die Collagen-Bilder von Astrid Hofstätter-Fürpass zeigen neben den vielfältigen Blautönen der Donau teils amüsante Begegnungen zwischen Donau-Lebewesen. Hugo Kraft fotografierte Technik und Natur entlang des Donauflusses. Ein fast surreales Spiel aus Wasser, Eis und Spiegelungen präsentiert Crenguta Mitrofan in einer großformatigen, monochromen Fotografie. Eine Videoarbeit mit verschneiten Landchaften von Tanja Münichsdorfer nimmt die BetrachterInnen ebenso mit in die kühle Jahreszeit des Winters – im Gegensatz dazu die Landschaften in Rot- und Orangetönen der gebürtigen Passauerin. Evi Leuchtgelbs vielteilige Installation verbindet mit einem Augenzwinkern Wissenschaft und bildende Kunst, indem sie mit einer Art Gewässerlabor die sog. Fibronacci-Folgen thematisiert. Zwei wie fließend bewegte Skulpturen aus Alabaster von Heinz Körner stehen zentral am Beginn der Ausstellung, bevor einem die großformatigen Landschaftsgemälde von Dalia Blauensteiner wie auf eine Reise durch das Donautal mitziehen.

Mit der Gruppenausstellung gegen den Strom feiert der Verein raumgreifend 2019 sein 15 jähriges Jubiläum. 2004 wurde der Kunstverein für künstlerisch-kulturelle Intervention im öffentlichen Raum in Krems gegründet als „Initiative einer Gruppe kreativer Köpfe, die das Kulturgeschehen in der Stadt Krems und ihrem Umfeld mitgestalten wollten“ so Mitbegründer und Alt-Obmann Gregor Kremser. Interventionen und Möglichkeiten zur Gestaltung gab es seitdem zuhauf; seit der Gründung wurden und werden laufend Projekte im Schnittpunkt Kunst – Raumplanung – Architektur – Geschichte umgesetzt. Zu den knapp 50 Mitgliedern zählen unter anderem RaumplanerInnen, ArchitektenInnen MusikerInnen, Bildende KünstlerInnen, Kunst- und KulturvermittlerInnen sowie HistorikerInnen. Die unterschiedlichen Bereiche wurden immer durch die Vielfalt der Mitglieder und umgesetzten Projekte sichtbar. Besonders markante Akzente setzte 2005 Krems hat Recht als spartenübergreifendes Festival für zeitgenössische Kunst zur 700 Jahre Stadtrechtsfeier der Stadt Krems oder die Gestaltung des Ausstellungsareals für das Welterbezentrum Wachau mit dem 2019 durchgeführten Relaunch. Daneben wurden und werden von den Vereins-Mitgliedern kontinuierlich verschiedenste künstlerische Aktionen gesetzt, die sich niederschlagen in Einzel- oder Gruppenausstellungen sowie zahlreichen Vereins- und Mitgliederprojekten auch im Rahmen des Viertelfestivals Niederösterreich; so erinnerte z.B. 2016 raumgreifend mit Fluchtwege, einem Kunst- und Geschichteprojekt, an die sog. Kremser Hasenjagd und das Massaker von Stein im April 1945. Große Anerkennung für seine Arbeit erhielt raumgreifend 2015, als der Kremser Kunstverein als Mitglied in den Landesverband der NÖ Kunstvereine aufgenommen wurde. Aufgrund seiner kontinuierlichen, kunstspartenübergreifenden Arbeit über inzwischen 15 Jahre hat der Verein mittlerweile nicht nur ein großes Renommee im In-, sondern auch im Ausland gefunden – wie beispielsweise 2015 mit einer Gruppenausstellung in Batumi/Georgien oder eben aktuell in der Schau gegen den Strom in der Kremser Partnerstadt Passau/Deutschland.


  • Ausstellung gegen den Strom im Ausstellungszyklus donauimpulse, im Rahmen der Städtepartnerschaft Krems an der Donau – Passau
  • Dauer: 09. November – 01. Dezember 2019
  • Vernissage: Freitag, 08. November 2019, 18.00 Uhr
  • Ausstellungsort: Kulturmodell Bräugasse, Bräugasse 9, D – 94032 Passau, www.kulturmodell.de
  • Geöffnet: Donnerstag – Sonntag, 14.00 – 17.00 Uhr, Eintritt frei
  • Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.