+++ Ausstellung „donau impulse 2857“ bis 14.12., Galerie Daliko/Krems +++

FLUCHTWEGE erfolg­reich been­det! Eine Nach­schau

22.05.2016

Vergan­gen­heit wird Gegen­wart! Eine ganz beson­dere Form des Erin­nerns. (O-Ton Mitwan­de­rer)

Seinen Ausgang nahm das Projekt im Atelier funk&küste in Stein, wo die Teil­neh­merIn­nen von Sabine Fischer und Frie­de­rike Grüh­baum begrüßt wurden. Auch der Geschäft­füh­rer des Vier­tel­fes­ti­vals NÖ Stefan Gart­ner war anwe­send, „Flucht­wege“ wurde von einer Jury für das Vier­tel­fes­ti­val 2016 ausge­wählt!

Im Atelier funk&küste star­tete der Histo­ri­ker Robert Strei­bel seine Geschichte eines grie­chi­schen Häft­lings, die als Fort­set­zung auf der Wande­rung gele­sen wurde. Im Atelier gibt es noch bis 18.06. eine Auss­tel­lung über das Massa­ker in Stein zu sehen. Der weitere Weg führte die etwa stre­cken­weise über 40 Teil­neh­merIn­nen der Wande­rung nach Mautern. Auf der Donau­brücke verschickte Jochen Sengseis spezi­elle Flaschen­post­nach­rich­ten in Anleh­nung an die Ereig­nisse rund um 1945, Gabriele Ebmer und Astrid Hofs­tät­ter schick­ten als Kunst­pro­jekt zwei Holz­boote auf eine symbo­li­sche Fahrt über die Donau. Frie­de­rike Grüh­baum spürte mehr­mals am Weg eindrück­lich und haut­nah den erschos­se­nen Menschen nach. Im Mauter­ner Schloss lasen Karl Reder und Manfred Scho­vanec Auszüge aus ihrem Buch, das sich auch mit Ereig­nis­sen rund um die „Krem­ser Hasen­jagd“ beschäf­tigt. Dabei wiesen sie auf Fälle von Zivil­cou­rage hin; Mauter­ner hatten Häft­linge vor den NS Scher­gen versteckt und so deren Leben geret­tet. Aus diesem Anlass hat Chris­tian Gmei­ner gemein­sam mit der NMS Mautern einen Gedenk­baum gepflanzt und eine Erin­ne­rungs­ta­fel ange­bracht.
Weiter ging der Weg über das Schön­kreuz nach Furth. Tanja Münichs­dor­fer nutzte dieses beson­dere Kreuz für ihre Kunstak­tion, die aus einem musi­ka­li­schen „memento mori“ – dem Toten­tanz von Franz Liszt – und einer den Weg markie­ren­den Post­kar­ten­se­rie bestand. Die Wande­rung endete in Paudorf, wo als Abschluss noch künst­le­ri­sche Arbei­ten von Dalia Blau­en­stei­ner, Heinz Körner, Katha­rina Klik, Tanja Münichs­dor­fer, Astrid Hofs­tät­ter, Jochen Sengseis, Gabriele Ebmer und Uschi Oswald zu sehen waren. Gregor Krem­sers künst­le­ri­scher Beitrag bestand aus T-Shirts, welche die Porträts von Häft­lin­gen aus Stein während der NS Zeit und Anga­ben zu deren Verge­hen/Urteil zeig­ten.
Neben dem Geden­ken an ausge­wähl­ten Plät­zen, an denen die Häft­linge damals erschos­sen und einfach verscharrt wurden (z.B. am Exer­zier­platz in Mautern, der Panholz­sied­lung in Furth), streute Sabine Bauer-Mayer­ho­fer in ihrer Aktion Blumen­sa­men über die gesamte Wande­rung.

So wird sich eine gold-gelbe Spur von Blumen in ein paar Wochen entlang des began­ge­nen Weges finden und damit ein wenig mehr die Erin­ne­rung an diese Menschen, die sich im April 1945 hoff­nungs­voll auf den Weg zurück in ihre Heimat mach­ten, am Leben halten.

Der Projek­taus­klang fand schließ­lich im Kunst­ver­ein Paudorf statt, wo die Gruppe von Obmann Josef Böhm begrüßt wurde, der auch selbst mitge­wan­dert war.


Auszug aus der Biogra­phie von Nikos Mavra­kis, Lesung Robert Strei­bel (YouTube-Link)
Pres­sen­ach­be­richt (PDF)


Fotos – ausser wie ange­ge­ben: Tanja Münichs­dor­fer