+++ Ausstellung „donau impulse 2857“ bis 14.12., Galerie Daliko/Krems +++

„Der Feige nur verzagt“ – Das verges­sene Lager in Dross

19.05.2008

MITWIRKENDE: MMag. Gregor Krem­ser (Projekt­lei­tung), Künst­ler und Lehrer. Mag. Jochen Sengseis, Künst­ler und Lehrer. Mag. Dr. Robert Strei­bel, Histo­ri­ker.
HISTORISCHES FORSCHUNGS- UND KUNSTPROJEKT Ein ehema­li­ges Lager für jüdi­sche Zwangs­ar­bei­ter wird künst­le­risch und histo­risch ins Gedächt­nis des Ortes zurück­ge­holt. Ein Projekt von raumgrei­fend von Robert Strei­bel, Jochen Sengseis und Gregor Krem­ser Im Rahmen des „Vier­tel­fes­ti­val NÖ“-Wald­vier­tel 2006. Mehr auf www.jude­nin­krems.at

PROGRAMMABLAUF: Fr 19. Mai 19 Uhr in Dross: Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung, Vorstel­len des Projekts, Diskus­sion Fr 23. Juni 19 Uhr: Sich­tung und Auswer­tung der einge­lang­ten Objekte und Infor­ma­tio­nen, Diskus­sion (der genaue Ort wird in Dross bekannt gege­ben) Sa 9. Septem­ber, 14 Uhr: Eröff­nung des Gedächt­nis­wan­der­we­ges am Dros­ser Haupt­platz vor dem Gebäude der Bundes­forste.


EIN ORT LEBENDIGER ERINNERUNG Während der Zeit des Natio­nal­so­zia­lis­mus war in der Gemeinde Dross ein Lager für jüdi­sche Zwangs­ar­bei­ter einge­rich­tet. 60 Jahre nach Ende des Hitler­krie­ges wird dieser Aspekt der Zeit­ge­schichte ins Gedächt­nis des Ortes zurück­ge­holt. Dabei ist die Einbin­dung und aktive Teil­nahme der Bevöl­ke­rung ein wesent­li­ches Anlie­gen. Mit folgen­den Metho­den erfolgt die Aufar­bei­tung: Beschaf­fung von Infor­ma­tio­nen über das Lager und Präsen­ta­tion des bisher gesam­mel­ten histo­ri­schen Mate­ri­als. Ergänzt wird das durch die Vorstel­lung bisher in Dross unbe­kann­ter Inter­views mit über­le­ben­den Zeit­zeu­gen aus Israel und den USA. Das Thema wird mit der Bevöl­ke­rung disku­tiert. Des weite­ren wird ein Aufruf erfol­gen mit der Bitte, Objekte, Fotos und andere Doku­mente aus dem Besitz der Leute zur Verfü­gung zu stel­len. Diese sollen als Basis für die Gestal­tung einer Auss­tel­lung dienen. In einem weite­ren Schritt wird das gesam­melte Mate­rial gesich­tet und ausge­wer­tet. Gemein­sam mit den Bewoh­nern von Dross werden Ideen und Möglich­kei­ten für die Auss­tel­lung erar­bei­tet. Die Idee für eine künst­le­ri­sche Umset­zung in Form einer zeit­lich begrenz­ten Instal­la­tion wird von den Veran­stal­tern einge­bracht, die Entwick­lung eines dauer­haf­ten Erin­ne­rungs­zei­chens erfolgt gemein­sam mit den Bewoh­nern von Dross. Höhe­punkt und Abschluss des Projek­tes ist die Präsen­ta­tion der Auss­tel­lung und der Instal­la­tion sowie die feier­li­che Enthül­lung des Erin­ne­rungs­zei­chens zum Geden­ken an Mitmenschen, denen das Unglück wider­fah­ren war, in die Maschi­ne­rie einer gnaden­lo­sen Dikta­tur zu gera­ten.


NS-Geden­ken trotz Fürch­ten und Hadern, Arti­kel Der Stan­dard, 14. Septem­ber 2006

„Nur der Feige, der verreckt“. Eine Suche nach den Spuren der jüdi­schen Zwangs­ar­bei­ter aus Ungarn in Droß und Massuot Yizhaq., Robert Strei­bel, 2006